Da wünscht sich mancher nicht ohne Grund die gute alte Zeit zurück! Dauerausstellungen in Berlin, Leipzig, Dresden und München wiesen auf das Seebad hin. Bereits 1900 zur legendären Weltausstellung in Paris, wo Europa sich selbst inszinierte und selbst feierte, ließ das Kaiserliche Gesundheitsamt, welches seinerzeit in Berlin unter den Linden 27 residierte, eine Festschrift verfassen, wo Lohme als erstes Rügener Seebad Erwähnung fand. Da verhieß der unerschütterlich Fortschrittsglaube noch eine lichte Zukunft. Doch ab 1914 gingen die Lichter aus und nachdem der Kampflärm verhallt war, sank das älteste Seebad auf Deutschlands größter Insel in einen fast hundertjährigen Dornröschenschlaf. Zeitgenössischer Geschmack in unheiliger Allianz mit wirtschaftlichen und politischen Prämissen taten ein Übriges. 1990 erinnerte sich kaum noch jemand an Lohme. Doch dann verhalf die Leitidee des ausgehenden 20. und beginnenden 21. Jahrhunderts Lohme zu einer mehr als grandiosen Wiederauferstehung.
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